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"Unterwassermusik" im Aquatoll vom 07.12.2007

Blubbernde Weihnachtsmusik

Neckarsulm Posaunengruppe der Musikschule taucht ab

Von Rolf Muth

Untergetaucht. Na, so schlecht spielt die Posaunengruppe der Neckarsulmer Musikschule doch nicht,dass sie dafür ins Wasser gehen muss?

Keineswegs: Das beweisen die fünf Herrn mit ihren Posaunen zunächst auf der Empore im FreizeitbadAquatoll. Von hier oben bieten sie den Zuhörern, die sich unten gemütlich im Wasser räkeln,stimmungsvolle, vorweihnachtliche Blasmusik. Zwar gehen alle Töne, die unter fortissimo (sehr laut) angesiedelt sind, mit dem Schwall des Wildwasserkanals den Bach hinab. Das macht aber nichts.

Figurbetont Entschädigt werden die Badegäste allein schon durch die rot-weiß gestreifte, äußerst figurbetonte Badegarderobe des außergewöhnlichen Ensembles. Und vor allem steht ihnen noch ein ganz besonderer Spaß bevor. Musiklehrer Benno Reinhard und seine vier Posaunisten Maximilian Christ, Robin Gröner, Julian Schmitzer und Jochen Teschner werden abtauchen - mit ihren Instrumenten. Und sie wollen unter Wasser spielen. Eine Schnapsidee?

„Kann das wirklich funktionieren?“, fragt sich Gerd Stahl. Der Badegast aus Heilbronn hat Zweifel. „Ich finde das ausgezeichnet“, freut sich hingegen Norbert von Heesen aus Neckarsulm auf den Gag. Nur deshalb ist er heute ins Aquatoll gekommen. Mit seinem Sohn Jakob, der seit September Posaune spielt. Ob er wohl künftig in der Badewanne probt? „Wenn er das will, dann soll er’s tun“, sieht der Papa den Dingen gelassen entgegen. Schwimmbrille aufgesetzt, die Nasenklammer zurechtgerückt, tief Luft geholt, los geht’s: Fünf große Blasen steigen auf. Die Musik hat begonnen. Das Wasser dämmt den Schall komplett ab. Kassenleiterin Petra Siewert hält ein Mikrofon ins Wasser. Ein dumpfer Ton ist über eine Box zu hören. Improvisiert eben. „Wir haben Gefrierbeutel übers Mikro gezogen.“ Jutta Bioneck (Kasse) und die Musikschullehrerin Rita Sitte lauschen ganz gespannt. Tatsächlich, leise Musik könnte da schon gewesen sein. Das will der 13-jährige Jan Knödler aus Heilbronn nun doch genau wissen. Er gesellt sich zu den Musikern unter die Wasseroberfläche, die immer wieder mal auftauchen, um kurz nach Luft zu schnappen. „Das ist echt witzig“, strahlt Jan nach dem ungewöhnlichen Hörtest. „Je näher man kommt, desto besser hört man die Melodie.“ Das wollen natürlich noch mehr Kinder, Mütter und Väter wissen, die die kleine Combo nach und nach einkreisen - passend zur Melodie: „Ihr Kinderlein kommet.“

Martin Schmitzer grinst übers ganze Gesicht. Sein Sohn ist mit da unten. Sorge ums teure Instrument macht er sich nicht. „Das wird zuhause auch mit Wasser gereinigt.“

Partygag „Richtig“, sagt Lehrer Reinhard, als er aus dem Wasser steigt. Die Posaunen werden zuhause in der Tat auch in der Badewanne durchgespült. Die Idee hat er seinem ehemaligen Musikprofessor geklaut. Der hatte vor 15 Jahren mit dieser Aktion bei „Wetten dass“ gepunktet. Benno Reinhard strahlt: „Für uns war es auf jeden Fall ein tolles Erlebnis.“ Einmalig? „Mal sehn - vielleicht lassen wir uns künftig als Partygag auch von anderen Bädern engagieren.“

 

Die Posaunengruppe der Musikschule Neckarsulm spielte im Aquatoll Weihnachtsmelodien über undauch unter Wasser.

Foto: Andreas Veigel

 

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K.P.